F.acT: Wie kam es zur Idee, die Genussbotschafter:innen ins Leben zu rufen?
Raphael Kuen: Die Idee der Genussbotschafter:innen entstand aus dem Wunsch, authentische, hochwertige Gerichte auf die Teller zu bringen, sodass Einheimische wie Gäste das Ötztal wirklich schmecken und die regionalen Produkte bewusst erleben können. Initiiert vom erbe.kulturraum der Raiffeisenbank Sölden und gemeinsam mit vielen wichtigen Partner:innen entwickelt, soll das Projekt Produzent:innen, Gastronomie und Tourismus enger verbinden und regionale Kulinarik nachhaltig stärken.
F.acT: Wie läuft das Programm in der Praxis ab?
Raphael Kuen: Die Lehrlinge durchlaufen drei Ausbildungswochen, jeweils zu einem anderen Schwerpunktthema. In den ersten drei Tagen arbeiten sie in Betrieben der Erzeugung, in den letzten zwei Tagen setzen sie das Gelernte gemeinsam in Küche und Service um, unter Anleitung von Coaches. Die Gruppen sind klein (mindestens 4, maximal 6 Personen) – so ist sichergestellt, dass wirklich jede/r mitarbeiten kann und unmittelbarer Praxisbezug besteht. Am Ende jeder Woche findet eine Abschlussfeier mit Zertifikatsverleihung statt.
F.acT: Welche Erfahrungen habt ihr seit 2019 gemacht?
Raphael Kuen: Seit Einführung des Programms zeigt sich ein klarer Erfolg: Die Lehrlinge, die am Programm teilnehmen, bringen frisches Know-how und Motivation in ihre Betriebe. Viele berichten, dass sie nun gezielt heimische Produkte ansprechen, in Küche und Service bewusster einplanen und damit auch ihre Betriebe inspirieren. So entsteht ein besseres Verständnis für die Arbeit der Produzent:innen – und zugleich wächst die Wertschätzung für regionale Erzeugnisse. Für die Erzeugerbetriebe bedeutet die Kooperation mit den Lehrlingen zudem eine spürbare Aufwertung und teils neue Kontakte. Insgesamt trägt das Projekt dazu bei, Regionalität nicht nur als Schlagwort, sondern als gelebte Praxis im Gastgewerbe zu verankern.
F.acT: Wird das Programm weiter fortgesetzt bzw. wird es Änderungen geben?
Raphael Kuen: Das Ausbildungsprogramm wird auch im dieses Jahr fortgesetzt – mit dem klaren Ziel, das Angebot weiter wachsen zu lassen und noch mehr Lehrlinge und Betriebe einzubinden. Aktuell tragen bereits 28 Genussbotschafter:innen das Qualifikationszeichen, und wir freuen uns darauf, diese Zahl weiter zu steigern. Gleichzeitig wird das Programm weiterentwickelt: Themen wie Nachhaltigkeit, Ressourcenschonung und bewusster Genuss werden stärker integriert, und wir möchten die Verbindung zwischen Lehrlingen, Gastronomiebetrieben und Produzent:innen noch besser gestalten – damit Regionalität nicht nur gelernt, sondern gelebt wird.


