Forschung

Die Chancen von Glamping

Wie der neue Campingtrend die Campingbranche verändert
Mittels Online-Befragung untersucht Christopher Brunner Präferenzen und Erwartungen von 384 Camping/Glamping-Gästen.
Abschlussarbeit: Christopher Brunner (2025)

F.acT: Was versteht man unter Glamping?

Christopher Brunner: Glamping ist eine Wortschöpfung aus „glamourös“ und „Camping“ und beschreibt eine Urlaubsform, die das Naturerlebnis des klassischen Campings mit dem Komfort und Service eines Hotels verbindet. Glamping-Unterkünfte reichen von luxuriösen Safarizelten und Baumhäusern bis hin zu Tiny Houses oder Mobile Homes. Im Mittelpunkt steht das Naturerlebnis – jedoch ohne auf Bequemlichkeit zu verzichten.

F.acT: Wieso ist das Thema für die Tiroler Tourismuswirtschaft relevant?

Christopher Brunner: Tirol ist das zweistärkste Bundesland Österreichs, gemessen an den Übernachtungen auf Campingplätzen. Diese starke Ausgangsposition zeigt, wie wichtig der Campingtourismus bereits heute für das Land ist – und unterstreicht zugleich das Potenzial neuer Angebotsformen wie Glamping. Als Natur- und Aktivdestination bietet Tirol ideale Voraussetzungen für innovative Outdoor-Erlebnisse. Der Glamping-Trend eröffnet dabei große Chancen: Er spricht neue, zahlungskräftige Zielgruppen an, verlängert die Saison und stärkt die touristische Wertschöpfung. Für Tiroler Campingplätze ist Glamping eine Möglichkeit, das bestehende Angebot qualitativ weiterzuentwickeln und sich über Komfort und Design klar im Wettbewerb zu positionieren.

(C) Camping Seeblick Toni

F.acT: Welches methodische Vorgehen haben Sie in Ihrer Arbeit angewandt?

Christopher Brunner: Die empirische Untersuchung basierte auf einer quantitativen Onlinebefragung von Camping- und Glampingurlauber:innen im deutschsprachigen Raum. Ziel war es, die Wahrnehmung, Präferenzen und Erwartungen der Gäste zu erfassen. Dadurch konnte analysiert werden, welche Faktoren ihre Entscheidung für eine Glamping-Unterkunft beeinflussen und welche Anforderungen sich daraus für die Angebotsgestaltung ergeben.

F.acT: Was sind die Kernergebnisse Ihrer Arbeit und welche Bedeutung haben diese für touristische Destinationen und Betriebe?

Christopher Brunner: Die Ergebnisse zeigen, dass Glamping weit über ein Nischenprodukt hinausgeht. Besonders wichtig sind für Gäste Privatsphäre, hochwertige Ausstattung, Komfort und Naturerlebnis. Glamping zieht neue Zielgruppen an – vor allem junge, gut ausgebildete Reisende mit Hotelerfahrung und höherem Einkommen, die Qualität und Erlebnis gezielt miteinander verbinden möchten. Campingplätze müssen daher zunehmend als resortähnliche Anlagen gedacht werden, die Servicequalität, Kulinarik und Freizeitangebote mit einem Naturerlebnis verbinden.

F.acT: Welche konkreten Handlungsempfehlungen geben Sie in Ihrer Masterarbeit?

Christopher Brunner: Campingplätze sollten ihr Produkt und Angebot gezielt weiterentwickeln und den Gästen ein stimmiges Gesamterlebnis bieten. Besonders wichtig sind ein ausgewogener Unterkunftsmix, der unterschiedliche Bedürfnisse abdeckt, sowie ausreichend Privatsphäre und Komfort. Gleichzeitig sollte die Infrastruktur mit durchdachten Service- und Freizeitangeboten ergänzt werden, um den Aufenthalt abwechslungsreich zu gestalten. Entscheidend ist, dass alle Bereiche – von der Unterkunft über den Service bis hin zur Atmosphäre am Platz – aufeinander abgestimmt sind. So kann Glamping langfristig zur Qualitätssteigerung und zur Positionierung im Wettbewerb beitragen.

Christopher Brunner

Christopher Brunner, aufgewachsen im Alpbachtal, absolvierte bereits früh eine einschlägige touristische Ausbildung und entwickelte dabei eine besondere Begeisterung für die Branche. Anschließend entschied er sich für ein Bachelorstudium in Unternehmensführung, bevor er sein Studium am MCI mit einem Master in „Strategisches Management & Tourismus“ vertiefte. Durch verschiedene Praktika und Tätigkeiten konnte er wertvolle Erfahrungen im Tourismus sammeln und sich ein umfassendes Verständnis der Branche aneignen.

Masterarbeit Betreuung: Prof. Dr. Christoph Engl

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