Inspiration

Digital Rangerin im Naturpark

Einblicke in die Arbeit einer Digital Rangerin im Naturpark Karwendel – von digitaler Besucherlenkung und Kooperationen bis zu den Naturschutzgründen hinter Verhaltensegeln

F.acT: Du bist als Digital Rangerin im Naturpark Karwendel tätig. Das ist ein Berufsprofil, das viele von uns so nicht kennen. Was macht eine Digital Rangerin?

Iris Trikha

Iris Trikha: Eine Digital Rangerin hilft dabei, dass Menschen gut vorbereitet ins Schutzgebiet gehen, vor allem wenn sie ihre Touren online planen. Ich schaue also, dass die Informationen, die online gestellt werden, den Besucher:innen klar vermitteln, wie sie sicher und naturverträglich in die Natur starten können.

In diesen Beruf bin ich eher zufällig gekommen. Die Stelle wurde genau zum richtigen Zeitpunkt ausgeschrieben und durch meinen Hintergrund in Geographie, Erlebnispädagogik und Naturschutz hat einfach alles gut zusammengepasst.

F.acT: Wie sieht eine typische Woche in deinem Beruf aus?

Iris Trikha

Iris Trikha: Wie meine Woche aussieht, hängt oft von der Jahreszeit ab. Ein Teil meiner Arbeit findet draußen im Gelände statt, so wie bei den anderen Ranger:innen auch. Den Rest der Zeit kümmere ich mich um die digitalen Aufgaben. Ich bin dann zum Beispiel auf Tourenportalen, in den Sozialen Medien, auf unserer Homepage oder in unserer interaktiven Karte unterwegs.

F.acT: Digitalisierung ist im Karwendelprogramm 2028 eine wichtige strategische Säule. Hier bist auch du als Digital Rangerin mit Blick auf die Besucherlenkung zentraler Bestandteil.

Welche Programme und Maßnahmen sind hier für die nächsten Jahre in der Planung und Umsetzung? Wo siehst du die kritischen Herausforderungen für die digitalen Initiativen?

Iris Trikha

Iris Trikha: Die Digitalisierung im Naturpark in Bezug auf das Karwendel-Programm 2028 wurde größtenteils umgesetzt und wurde durch das Leuchtturmprojekt Digitalisierung im Naturpark Karwendel des Landes Tirol ermöglicht. Solche Fördermittel erlauben es uns, viel umzusetzen, und die Fortschritte bleiben oft auch nach Ende des Projekts erhalten und entwickeln sich weiter, zum Beispiel bei meinen Aufgaben sowie der Umsetzung und Weiterentwicklung unserer Ranger-App. Trotzdem ist es eine große Herausforderung, Mittel zu finden, die die Weiterarbeit an solchen Maßnahmen unterstützen.

F.acT: Auf welchen Erfolg deiner Arbeit bist du besonders stolz?

Iris Trikha

Iris Trikha: Ich finde, dass meine Arbeit in den letzten zwei bis drei Jahren das Bewusstsein für digitales Verhalten gestärkt hat und gezeigt hat, welchen Einfluss jede einzelne Person darauf hat, wie andere Menschen sich in der Natur verhalten. Auch wenn es immer wieder Fälle gibt, in denen problematische Inhalte für den Naturschutz entstehen, werden diese oft von anderen Nutzenden kommentiert. Das gibt mir Hoffnung, dass meine Arbeit auch in Zukunft Wirkung zeigt.

Eine Person mit langen Haaren beobachtet die Landschaft durch ein Fernglas, umgeben von grünen Bergen und Bäumen.

F.acT: Besucherlenkung und das Vermitteln von Wissen für einen verantwortungsvollen Umgang mit der Natur haben einen großen Stellenwert in deiner Arbeit. Das schließt auch die sozialen Netzwerke und Community-basierte Tourenportale mit ein.

Wie schätzt du die Entwicklung von sozialen Medien und Tourenportalen für Schutzgebiete ein? Wie arbeitet ihr mit Gemeinden, Tourismus, Bergsportverbänden und Plattformen zusammen?

Iris Trikha

Iris Trikha: Wir stellen Informationen auf mehreren Plattformen zur Verfügung und arbeiten sehr eng mit den Tourismusverbänden und anderen Partnern zusammen, um diese Informationen gut zu verbreiten und klar darzustellen. Die Zusammenarbeit in diesem Bereich funktioniert gut, da es im Interesse aller liegt, diese Informationen bereitzustellen. Zum Beispiel arbeiten die Tourenportale auch mit uns zusammen und sorgen dafür, dass die Schutzgebiete gut dargestellt werden und dass Hinweise und Sperrungen sichtbar sind.

F.acT: Wo liegen die größten Hürden?

Iris Trikha

Iris Trikha: Ich glaube, die größte Hürde ist die Akzeptanz bei den Besucher:innen.  Am Ende hängt es oft von der Einstellung der Besucher:innen ab. Also davon, ob sie die Verhaltensregeln als wichtigen Beitrag zum Naturschutz sehen oder eher als Einschränkung wahrnehmen. In diesem Fall kann Öffentlichkeitsarbeit in Stellen wie meiner viel bewirken. Sie regt Besucherinnen und Besucher dazu an, über ihr eigenes Verhalten nachzudenken.

Man sieht inzwischen immer öfter, dass andere Schutzgebiete den Fokus stärker auf die Naturschutzgründe hinter den Regeln legen. Dadurch verstehen die Menschen besser, warum bestimmte Bereiche sensibel sind oder warum Wege nicht verlassen werden sollten. Auch setzen Schutzgebiete und Tourenportale verstärkt auf öffentliche Anreise, und ich hoffe, dass sich das in den nächsten Jahren gut weiterentwickelt.

F.acT: Was ist dein persönlicher Lieblingsort im Naturpark Karwendel? Und was müssen wir beachten, wenn wir diesen Ort besuchen möchten?

Iris Trikha

Iris Trikha: Meine Lieblingsorte im Karwendel sind diejenigen, die noch sehr ruhig sind und an denen man wirklich zur Ruhe kommen kann. Von diesen Orten gibt es einige im Karwendel, und wenn man sie entdeckt, wird klar, warum man sie schützen sollte. Dann versteht man auch, dass wir diesen Orten selbst Ruhe geben müssen, weil die Tiere gerade in der Dämmerung und in der Nacht solche Lebensräume für sich brauchen. Wir können ihnen diese Ruhe geben, indem wir uns in der sensiblen Dämmerungszeit und während der Nacht nicht dort aufhalten.

Meet the Expert - Digital Ranger

Iris Trikha

Seit 2023 arbeitet Iris Trikha als Digital Rangerin im Naturpark Karwendel. Sie verantwortet den digitalen Besucherlenkungsbereich des Digitalisierungsprogramms und stärkt damit das nachhaltige Naturraummanagement im digitalen Raum.

Sei bereit für alles, was die Zukunft im Tourismus bringt.