Forschung

Akzeptanz und Effektivität von WhatsApp als Marketingtool

Bestimmungsfaktoren für die digitale Kund:inneninteraktion und Kommunikation in der Fitnessbranche am Beispiel eines österreichischen Fitnessstudios
Publikation: Claudia Brauer, Julia Pronnet, Anita Zehrer (2025)
Wahrgenommener Wert und Benutzerfreundlichkeit fördern die Absicht zur Messenger-Nutzung maßgeblich
Unterhaltsame Inhalte und informative Nachrichten steigern die wahrgenommene Nützlichkeit erheblich
Fehlende Personalisierung und mangelnder Datenschutz behindern eine erfolgreiche Kommunikation mit Kund:innen
Ein regelmäßiger Kontakt einmal pro Woche sichert eine hohe Nutzerakzeptanz

Kurzfassung der Studie

In dieser Studie werden die Faktoren untersucht, welche die Akzeptanz der Nutzer:innen und die Absicht beeinflussen, WhatsApp als Kommunikations- und Marketinginstrument im Business-to-Consumer-Bereich (B2C) der Fitnessbranche einzusetzen, wobei ein österreichisches Fitnesscenter als Fallstudie dient. Angesichts der wachsenden kommerziellen Bedeutung von WhatsApp ist das Verständnis der Bestimmungsfaktoren für die Interaktion mit Kund:innen von entscheidender Bedeutung. Trotz des allgemeinen Wachstums des Fitnesssektors stehen Unternehmen vor Herausforderungen, die innovative Kommunikationsstrategien erforderlich machen.
Basierend auf dem Technologieakzeptanzmodell, der Theorie des geplanten Verhaltens und der Theorie des überlegten Handelns identifiziert diese Untersuchung zwölf zentrale Akzeptanzfaktoren. Es wurde ein quantitativ-deduktiver Ansatz angewandt und die Umfragedaten mittels multipler linearer Regression analysiert. Die Ergebnisse zeigen, dass der wahrgenommene Wert, die Einstellung zur Nutzung und die wahrgenommene Benutzerfreundlichkeit die Absicht zur Nutzung von WhatsApp maßgeblich beeinflussen.
Zudem korreliert die wahrgenommene Nützlichkeit positiv mit der wahrgenommenen Benutzerfreundlichkeit sowie dem wahrgenommenen Informations- und Unterhaltungswert. Diese Erkenntnisse heben das Potenzial von WhatsApp als Marketing- und Kommunikationsinstrument in der Fitnessbranche hervor. Die Studie bietet eine Grundlage für weitere Forschung und liefert praktische Ansätze zur Optimierung der Unternehmensleistung durch gezielte Marketing- und Strategien zur Einbindung der Kund:innen.

Kernergebnisse dieser Studie

  • Zentrale Akzeptanzfaktoren: Der wahrgenommene Wert, die Einstellung zur Nutzung und die einfache Handhabung beeinflussen die Absicht der Kund:innen maßgeblich, WhatsApp zu verwenden. Diese Faktoren entscheiden darüber, ob die Messenger-Kommunikation als sinnvolle Ergänzung zum Training akzeptiert wird.
  • Einfluss auf die Nützlichkeit: Die wahrgenommene Nützlichkeit des Dienstes wird besonders durch informative und unterhaltsame Inhalte gesteigert. Zudem empfinden Nutzer:innen die App als nützlicher, wenn die Bedienung intuitiv und unkompliziert ist.
  • Bevorzugte Inhalte und Frequenz: Mitglieder wünschen sich vor allem Neuigkeiten zum Studio sowie Tipps zu Ernährung und Training direkt auf ihr Smartphone. Die Mehrheit der Befragten bevorzugt dabei eine moderate Kommunikation von maximal einmal pro Woche.
  • Hürden für die Nutzung: Ein Mangel an personalisierten Nachrichten und Bedenken beim Datenschutz gelten als die größten Hindernisse für eine erfolgreiche Interaktion. Fitnesscenter sollten daher transparente Datenschutzrichtlinien kommunizieren, um das Vertrauen der Nutzer:innen zu gewinnen.
  • Potenzial für Kundenbindung: Es besteht eine generelle Bereitschaft, WhatsApp für Beratungen, Feedback und Informationen im Fitnesskontext zu nutzen. Durch den Aufbau von Vertrauen und Mehrwert kann der Messenger die Beziehung zwischen Unternehmen und Kund:innen nachhaltig stärken.

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