F.act: Es gab bereits früher einen theALPS Award über AlpNet. Wieso gibt es jetzt im Zuge des AlpenKlimaGipfels eine Neuauflage und was hat sich hier verändert?
Karin Seiler: Bereits in den Jahren 2012 bis 2015 gab es Preise im Rahmen von den jährlichen theALPS Konferenzen im Alpenraum. Nachdem die theALPS Konferenz 2016 letztmalig stattgefunden hat, wurde auch der damalige Preis nicht mehr weiter ausgeschrieben bzw. verliehen. Im Zuge des seit 2 Jahren erfolgreich etablierten AlpenKlimaGipfels auf der Zugspitze ist die Idee geboren worden, diese zeitgemäße Plattform und das dortige Netzwerk zu nutzen, um erneut innovative und zukunftsfähige Produkte und Angebote im Alpenraum zu prämieren. Als Präsidentin des Vereins AlpNet habe ich meinen 8 Kolleg:innen die Idee unterbreitet, 10 Jahre später wieder einen Alps Future Award ins Leben zu rufen, um die Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit des Alpenraums in die Auslage zu stellen. Der jährliche AlpenKlimaGipfel ist die perfekte Location und inhaltliche Plattform, um diesen besonderen Award zu verleihen. AlpNet möchte herausragende Leistungen im Alpentourismus auszeichnen, die nachhaltiges Wirtschaften und Innovation verbinden.
F.acT: An wen richtet sich dieser Award und welches Schwerpunktthema wird 2026 gelegt?
Karin Seiler: Der Alps Future Award richtet sich in der Kategorie Tourismus an touristische Leistungsträger in den 9 AlpNet Ländern, dieses Jahr mit Fokus auf innovative Produkte und Angebote am Berg. Gesucht werden Produkte, die durch verantwortungsvolles Wirtschaften, innovative Geschäftsmodelle und transformative Ansätze die Zukunftsfähigkeit von Tourismusbetrieben, Destinationen oder öffentlichen Einrichtungen im Alpenraum stärken. Im Mittelpunkt stehen dabei Initiativen, die als Good Practices sichtbar machen, wie nachhaltige Entwicklung im Alpentourismus ökologisch, sozial und ökonomisch konkret umgesetzt und in längerfristige Transformationsprozesse überführt werden kann.
F.acT: Wie sieht das genaue Ausschreibungsprozedere aus?
Karin Seiler: Zuerst müssen die formalen Kriterien erfüllt werden. Dazu zählt eine fristgerechte Einreichung bis 15. März 2026 um Mitternacht. Teilnahmeberechtigt sind neben Betrieben und Unternehmen auch touristische Organisationen aus allen AlpNet-Partnerregionen, sprich Tirol, Salzburgerland, Allgäu, Südtirol, Trentino, Graubünden, Luzern, Bern und Wallis. Eingereicht werden könnne real umgesetzte Projekte, die bereits mindestens ein Jahr operativ bestehen und deren Umsetzung nicht länger als fünf Jahre zurückliegt. Nicht eingereicht werden sollten Konzeptpapiere oder Studien, die sich in der Planungsphase befinden. Die Einreichung erfolgt digital. Die Angaben sollten neben einem aussagekräftigen Titel eine Kurzbeschreibung (ca. 150 Wörter) und die Kontaktdaten enthalten.
Die Einreichungen werden vom MCI Tourismus gesammelt und vorab auf Formalkriterien geprüft. Die Jury wählt dann unter Leitung von Prof. Hubert Siller gemeinsam mit Expert:innen aus Tourismusforschung, Praxis und Medien neun Projekte aus, aus welchen in einer zweiten Phase die drei Finalist:innen hervorgehen. Als Beurteilungskriterien dienen für die Jury die folgenden Schwerpunkte:
• Kundenutzen & Innovationsgrad (30 %)
• Wirtschaftlicher Erfolg (20 %)
• Berücksichtigung des Natur- und Landschaftsraumes (30 %)
• Gesellschaftliche Wirkung (20 %)
Die 3 Finalist:innen werden von den Jurymitgliedern vorab besucht und beim AlpenKlimaGipfel 2026 vorgestellt.

