Kurzfassung der Studie
Die Studie bietet einen umfassenden Überblick über das verantwortliche Verhalten verschiedener Akteure im Tourismus und analysiert 154 wissenschaftliche Publikationen aus den Jahren 2016 bis 2022. Sie zeigt, dass bisher vor allem das Verhalten von Tourist:innen erforscht wurde, insbesondere im Hinblick auf umweltbewusstes und nachhaltiges Handeln. Weniger Aufmerksamkeit erhalten hingegen Gemeinden, Tourismusunternehmen und Destination Management Organisationen, obwohl auch sie wesentliche Beiträge zur nachhaltigen Entwicklung leisten. Die Analyse macht zudem deutlich, dass Regierungen und politische Entscheidungsträger als verantwortliche Akteure nahezu nicht untersucht werden – eine zentrale Forschungslücke. Aktuelle Krisen wie COVID-19, der Klimawandel und wirtschaftliche Unsicherheiten beeinflussen die Forschung stark und rücken verantwortliches Verhalten im Tourismus verstärkt in den Fokus. Die Studie liefert damit einen klaren Überblick über den Forschungsstand und zeigt auf, wo weiterer Forschungsbedarf besteht, um verantwortliches Handeln im Tourismussystem ganzheitlich zu verstehen und zu fördern.
Kernergebnisse der Studie
Fokus auf Tourist:innen:
Der Großteil der bisherigen Forschung untersucht das verantwortliche Verhalten von Tourist:innen, besonders im Bereich Umweltverhalten.
Gemeinden und Unternehmen sind unterrepräsentiert:
Das verantwortliche Handeln von Einwohner:innen sowie Tourismusbetrieben wird deutlich seltener erforscht, obwohl beide Gruppen für nachhaltige Entwicklung wichtig sind.
Destinationsmanagement gewinnt erst seit Kurzem Aufmerksamkeit:
Studien zur Rolle von Destination Management Organisationen (DMOs) im verantwortlichen Tourismus sind noch neu und bisher begrenzt.
Große Forschungslücke bei Regierungen:
Politische Akteure und ihr Beitrag zu verantwortlichem Tourismus werden kaum untersucht, obwohl sie zentrale Rahmenbedingungen setzen.
Krisen beeinflussen verantwortliches Verhalten:
Entwicklungen wie COVID-19 verstärken sowohl das tatsächliche verantwortliche Verhalten als auch das Forschungsinteresse daran.