Kurzfassung der Studie
Die vorliegende Studie untersucht den Einfluss intergenerationeller Kommunikation zwischen Vorgänger:innen und Nachfolger:innen in Familienunternehmen und entwickelt eine Typologie von Kommunikationsmustern im Nachfolgeprozess. Auf Basis der Grounded Theory wurden zehn narrative Familieninterviews geführt und analysiert, um relevante Sprach- und Interaktionsmuster zu identifizieren.
Die Analyse ergab vier Kommunikationstypen, die sich zwischen Kontinuität und Wandel sowie zwischen Verbundenheit und Autonomie bewegen. Diese Typologie wird in ein dynamisches dreiphasiges Nachfolgemodell überführt: intergenerationelle Transmission, unabhängige Akquisition und interdependente Entwicklung des Familienunternehmenserbes.Die Ergebnisse basieren auf einer kleinen Stichprobengröße (n=10) und fokussieren ausschließlich auf die innerfamiliäre Nachfolge, wodurch die Generalisierbarkeit eingeschränkt ist und weitere Forschung, auch zu externen Nachfolgen, empfohlen wird.
Das Verständnis dieser Kommunikationstypen kann Familienunternehmen dabei unterstützen, Konflikte zu vermeiden und die Nachfolge strategisch zu optimieren. Die kommunikative und reflexive Kompetenz ist dabei ein Schlüsselfaktor für die Überlebensfähigkeit von Familienunternehmen in dieser kritischen Phase. Das dynamische Nachfolgemodell bietet Expert:innen fundierte Einblicke und dient als Grundlage für die Beratung und Unterstützung bei Übergangsprozessen.
Kernergebnisse dieser Studie
- Die Studie identifizierte vier spezifische Kommunikationstypen (Autoritäre Protektion, Ambivalente Verstrickung, Unabhängige Neuorientierung und Ko-Evolutionäre Entwicklung). Diese Typen variieren zwischen den Dimensionen Kontinuität/Wandel und Verbundenheit/Autonomie.
- Nachfolge wird als ein langwieriger Prozess verstanden, nicht als einzelnes Ereignis. Die Typologie lässt sich in ein dynamisches Dreiphasenmodell überführen: intergenerationelle Transmission, unabhängige Akquisition und interdependente Entwicklung des Familienunternehmenserbes.
- Kommunikation ist ein Schlüsselfaktor für eine erfolgreiche Nachfolge und den Umgang mit Konflikten innerhalb der Familie. Die Steigerung der kommunikativen und reflexiven Kompetenz ist dabei entscheidend für das Überleben von Familienunternehmen.
- Es wurde festgestellt, dass es keine "ideale" Kommunikationsstrategie gibt. Jedoch zeigte die Analyse eine dynamische Entwicklung der Muster hin zur Ko-Evolutionären Entwicklung über die Zeit.
- Das Verständnis dieser Kommunikationstypen hilft Familienunternehmen, Konflikte zu erkennen und zu vermeiden, was einen strategischen Vorteil darstellt. Dies trägt zur Stabilität und Langlebigkeit von Familienunternehmen bei, die Säulen der Wirtschaft sind.