Kurzfassung der Studie
Die Studie untersucht, wie Hotels ihre Gäste motivieren können, Energie zu sparen – ein Thema, das durch die Energiekrise und den steigenden Druck zur CO₂-Reduktion an Bedeutung gewonnen hat. In zwei experimentellen Untersuchungen wird gezeigt, welche Maßnahmen Gäste akzeptieren und unter welchen Bedingungen sie bereit sind, selbst zum Energiesparen beizutragen.
Die Ergebnisse verdeutlichen, dass Gäste Komfort sehr hoch gewichten: Niedrigere Raumtemperaturen und kürzere Duschzeiten werden als unattraktiv empfunden, können jedoch teilweise durch Preisnachlässe kompensiert werden. Gleichzeitig bevorzugen Gäste Hotels, die erneuerbare Energie nutzen. Besonders nachhaltig orientierte Gäste zeigen höhere Bereitschaft zur Mitarbeit.
Zentral ist dabei die Wahrnehmung von Fairness: Gäste sind deutlich eher bereit, freiwillig Energie zu sparen, wenn das Hotel selbst sichtbar in Energiesparmaßnahmen investiert und damit seinen Beitrag leistet. Wird dieser „gemeinsame Einsatz“ kommuniziert, steigt auch die Attraktivität des Hotels insgesamt.
Die Studie zeigt damit, dass erfolgreiche Energiesparstrategien auf geteilte Verantwortung, transparente Kommunikation und ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Komfort und Effizienz setzen sollten.
Kernergebnisse der Studie
Komfort bleibt entscheidend.
Gäste bewerten Maßnahmen wie niedrigere Raumtemperaturen oder kürzere Duschzeiten klar negativ – Komfortverluste mindern die Attraktivität eines Hotels deutlich. Unbeliebte Energiesparmaßnahmen lassen sich teilweise durch Preisnachlässe ausgleichen, insbesondere für umweltbewusste Gäste.
Erneuerbare Energie steigert die Attraktivität.
Gäste bevorzugen Hotels, die Strom aus nachhaltigen Quellen beziehen – besonders Familienbetriebe wirken glaubwürdig und profitieren davon.
Gäste sparen eher Energie, wenn das Hotel selbst aktiv wird.
Freiwillige Mitarbeit steigt deutlich, wenn Hotels selbst sichtbar investieren (z. B. energieautarke Systeme). Gäste empfinden dies als fair. Je stärker Gäste das Verhältnis zwischen ihren eigenen und den Hotelmaßnahmen als „ausgeglichen“ wahrnehmen, desto eher unterstützen sie Energiesparmaßnahmen.
Zielgruppen unterscheiden sich klar.
Umweltbewusste Gäste akzeptieren eher kleinere Komforteinbußen, reagieren sensibel auf Preise und schätzen technische Nachhaltigkeitsmaßnahmen besonders.