Inspiration

HÆDI

#17ZIELE UNPLUGGED

F.acT: Wie kam es zur Idee von HÆDI?

Eine lächelnde Frau mit blonden Haaren steht entspannt an einer Backsteinmauer und genießt die sonnige Atmosphäre.

Carolin Kühn: Die Organisation Engagement Global hat den Auftrag, die 17 UN-Nachhaltigkeitsziele niedrigschwellig in der Bevölkerung bekannter zu machen. Gemeinsam haben wir 2024 überlegt: Wie lässt sich dieser Auftrag sinnvoll mit unserer touristischen Aufgabe verbinden; nämlich gute Angebote für unsere Gäste zu schaffen?

St. Peter-Ording ist im Sommer ein Ort, an dem Menschen aus ganz unterschiedlichen Regionen zusammenkommen. Genau dieses „Zusammentreffen“ wollten wir nutzen, um ein wichtiges Thema leicht, positiv und erlebbar zu machen und daraus ist HÆDI entstanden: ein Festival mit Mitmachcharakter, das Lust auf nachhaltiges Handeln macht, ohne den Zeigefinger zu heben.

F.acT: Was ist das konkrete Nachhaltigkeitsziel des Festivals und wie werden diese gemessen, dokumentiert bzw. kommuniziert?

Eine lächelnde Frau mit blonden Haaren steht entspannt an einer Backsteinmauer und genießt die sonnige Atmosphäre.

Carolin Kühn: Im Mittelpunkt stehen bei HÆDI die 17 UN-Nachhaltigkeitsziele. Wir übersetzen sie in konkrete Informations- und Mitmachangebote, damit sie verständlich werden und im besten Fall im Alltag „andocken“. Dazu gehören zum Beispiel ein Escape Game, Workshops (u. a. zu Energie), eine „unfaire“ Torwand und viele weitere interaktive Formate. Ergänzt wird das Ganze durch Musik, Quizformate, regionale Food-Angebote und einen Marktbereich – denn Lernen funktioniert besonders gut, wenn es Spaß macht.

Zur Wirkung: Im zweiten Jahr haben wir gemeinsam mit der FH Westküste eine Vor-Ort-Befragung der Besuchenden durchgeführt. So bekommen wir belastbare Rückmeldungen dazu, was die Menschen als Erkenntnis und Impuls tatsächlich mit nach Hause nehmen.

Auch bei der Umsetzung verfolgen wir konsequent den Anspruch, das Festival so bewusst und ressourcenschonend wie möglich zu realisieren. 2025 wurden wir dafür von Green Events als erstes Event mit deren Nachhaltigkeitssiegel ausgezeichnet. Kommuniziert wird HÆDI vor allem online über unsere Website, zusätzlich über Pressearbeit. Mehr Infos gibt es hier

F.acT: Welche Herausforderungen haben sich im Laufe des Festivals ergeben und wie begegnet ihr diesen?

Eine lächelnde Frau mit blonden Haaren steht entspannt an einer Backsteinmauer und genießt die sonnige Atmosphäre.

Carolin Kühn: Nachhaltigkeit ist im Eventbereich leider selten ein „Schnäppchen“ – sie bedeutet vor allem: genau hinschauen, abwägen und dranbleiben. Wir hinterfragen viele Entscheidungen sehr bewusst und wählen, wo immer möglich, den ressourcenschonendsten Weg. Ein Beispiel: Statt einer prestigeträchtigen „Spülstation“ haben wir uns für pragmatische Mehrweglösungen entschieden, die besser zu unserem Gesamtkonzept passen.

Gleichzeitig ist uns wichtig, kein Greenwashing zu betreiben. Deshalb arbeiten wir viel mit Upcycling und setzen auf eigene, nachvollziehbare Maßnahmen – unter anderem ein selbst organisiertes Müll-Monitoring, damit wir wirklich wissen, wie viel Abfall entsteht und wo wir besser werden können.

Und wenn Wiederverwenden nicht möglich ist, suchen wir nach Alternativen: So werden zum Beispiel Banner, die im Folgejahr nicht mehr einsetzbar sind, zu Taschen weiterverarbeitet.

Carolin Kühn

Nach mehreren touristischen Stationen in Garding, Tönning und Friedrichstadt arbeitet Carolin Kühn seit Januar 2024 bei der Tourismus-Zentrale St. Peter-Ording (TZ-SPO). In ihrer Funktion als Abteilungsleitung Touristik verantwortet sie die Fachbereiche Tourismusservice-Center mit zwei Tourist-Informationen, das Marketing sowie Events.  In ihren Bereich fallen auch die Stabsstellen „lokale Tourismusorganisation", „Nachhaltigkeit & Naturerlebnisse“ , "digitale Projektentwicklung“ und „Binnenkommunikation“.

Für das HÆDI Festvial gewann die TZ-SPO den 2. Platz beim DSTNCMP Preis

Sei bereit für alles, was die Zukunft im Tourismus bringt.