F.acT: Warum ist Inklusion für Sie – neben Nachhaltigkeit – besonders relevant?
Sonja Wimmer: Nachhaltigkeit ist für mich ohne Inklusion nicht denkbar. Beide Konzepte sind Ausdruck einer Haltung, die den gesamten Kontext umfasst – Menschen, Kultur, Entscheidungen und Verantwortung. Wir gestalten den Rahmen so, dass Menschen mit all ihren Unterschieden und Gemeinsamkeiten im Unternehmen Platz haben. Im Harmonie Hotel wird diese Haltung spürbar durch Kunst, Architektur und den wertschätzenden Umgang miteinander. Klare Leitlinien geben Orientierung, gleichzeitig wird niemand ausgegrenzt. Treten Herausforderungen auf, suchen wir gemeinsam nach Lösungen – mit Mitarbeitenden wie mit Gästen. Nachhaltigkeit verstehen wir ebenso konsequent, etwa durch Verwendung regionaler Produkte wie unsere Eier aus dem Waldviertel. Diese ganzheitliche Ausrichtung selbst zu entwickeln ist aufwendiger, macht uns aber unverwechselbar und steigert die Qualität langfristig.
F.acT: Wie wird Inklusion in Ihrem Betrieb konkret gelebt?
Sonja Wimmer: Inklusion bedeutet für mich, einen kulturellen Rahmen zu schaffen, in dem sehr unterschiedliche Menschen eine Heimat finden können. Im The Harmonie Vienna sollen sich Menschen wohlfühlen – unabhängig von Herkunft, Identität oder gesellschaftlichem Hintergrund und mit ihren individuellen Bedürfnissen. Unterschiedlichkeit wird bewusst mitgedacht und als Chance verstanden. Kunst spielt dabei eine zentrale Rolle, weil sie Freiheit, Offenheit und Vielfalt transportiert. Authentizität stärkt das Miteinander – sowohl im Team als auch im Kontakt mit den Gästen. Dass wir diese Vielfalt glaubwürdig leben, liegt daran, dass auch die Menschen im Harmonie Vienna selbst sehr unterschiedlich sind. Wien als historischer Schmelztiegel von Kulturen spiegelt sich im Haus wider. Wir arbeiten bewusst mit sehr unterschiedlichen Kooperationspartnern – von der Staatsoper über die Volksoper bis zum Freud Museum. Aus unterschiedlichen Perspektiven entstehen Qualität, Kreativität und neue Zugänge. Diese Haltung zeigt sich im Alltag ganz konkret: im kulinarischen Angebot, im Frühstück und in der Zusammenarbeit. Inklusion heißt hier, dass jede und jeder etwas findet – und sich in seiner Einzigartigkeit gesehen fühlt.
F.acT: Welchen Output sehen Sie durch diese Bemühungen?
Sonja Wimmer: Der wichtigste Effekt ist, dass Menschen gerne ins Harmonie kommen – Gäste, Mitarbeitende und auch ich selbst. Es entsteht eine Atmosphäre, in der man sich wohlfühlt, auch wenn nicht immer alles perfekt läuft. Gerade in herausfordernden Situationen zeigt sich unsere inklusive Kultur: Wir finden gemeinsam Lösungen. Langfristig zahlt sich diese Haltung auch wirtschaftlich aus. Qualität hat ihren Wert, und wir sind erfolgreich, ausgezeichnet und krisenresistent. Vieles dieser Arbeit ist im Alltag nicht sofort sichtbar, doch über Jahre hinweg ernten wir die Früchte dieser konsequenten Ausrichtung. Für mich persönlich bedeutet das Harmonie Verantwortung. Als Eigentümerin lebe ich diese Werte vor und bin insbesondere bei Schlüsselpositionen eng eingebunden. So entsteht ein inklusiver Raum – ein Zuhause für Mitarbeitende und Gäste mit all ihrer Einzigartigkeit und ein Mehrwert für die Region.


