Beste Österreichische Sommerbergbahnen (BÖSB)

F.acT: Was steckt hinter dem Gütesiegel "Beste Österreichische Sommer-Bergbahnen" (BÖSB)?

In der sonnigen Berglandschaft steht ein Mann an einem Zaun, umgeben von Bäumen und einer vorbeifahrenden Gondel.

Kornel Grundner: Das Gütesiegel ist eine Initiative des Fachverbandes der Seilbahnen in der Wirtschaftskammer Österreich. Es steht für geprüfte Qualität, Kooperation und eine nachhaltige Entwicklung der Regionen. Als Netzwerk vereint es die Fachleute und Vorreiter:innen des österreichischen Sommer-Berg-Tourismus. Aktuell gehören 84 Mitglieder mit insgesamt 101 Themenbergen zur Initiative.

Die Aufnahme in das Netzwerk ist an klar definierte Qualitätsstandards gebunden: Nur Betriebe, die mindestens 100 Kriterien erfüllen, dürfen das Gütesiegel tragen. Die Angebote sind in fünf Themenwelten gebündelt: Abenteuer, Familie, Panorama & Naturerlebnis, Genuss sowie Kunst & Kultur. Alle Mitglieder müssen sich zudem alle drei Jahre einer Rezertifizierung unterziehen.

Für Gäste bietet das Gütesiegel damit eine verlässliche Orientierung bei der Auswahl von Ausflugszielen und Urlaubsdestinationen. Die regelmäßige Prüfung der Qualitätskriterien schafft Transparenz und stellt sicher, dass die Themenberge abwechslungsreiche und professionell entwickelte Erlebnisangebote bieten. Dadurch hat sich das Gütesiegel zu einem wichtigen Entscheidungskriterium bei der Destinationswahl entwickelt.

Im Jubiläumsjahr, in dem Österreich 100 Jahre Seilbahngeschichte feiert und das Gütesiegel seit 25 Jahren besteht, blicken die zertifizierten Sommer-Bergbahnen mit Zuversicht auf den weiteren Verlauf der Sommersaison 2026. 

100 Jahre ÖSBB

Eine aktuelle Blitzumfrage unter den Mitgliedsbetrieben der Qualitätsinitiative gibt uns zudem Einblick in Erwartungen, Schwerpunkte und Neuheiten für den Bergsommer.

F.acT: Welche Zielgruppen sprechen die BÖSB laut dieser Umfrage speziell an?

In der sonnigen Berglandschaft steht ein Mann an einem Zaun, umgeben von Bäumen und einer vorbeifahrenden Gondel.

Kornel Grundner: Die Ergebnisse zeigen sehr deutlich, wo die Besten Österreichischen Sommer-Bergbahnen ihre Schwerpunkte setzen: im Familien- und Aktivangebot. 92% der befragten Unternehmen sprechen Familien mit Kindern an, 73% richten sich gezielt an Tagesgäste. Mit 70% folgt der Fokus auf Aktivurlauber:innen – insbesondere auf Gäste, die wandern oder biken. Für 55% sind außerdem Genießer:innen eine wichtige Zielgruppe.

Auch Gruppen und Events spielen für knapp ein Viertel der Befragten eine relevante Rolle. Internationale Gäste werden vielerorts ebenfalls stärker berücksichtigt. Damit bestätigt die Umfrage eine Entwicklung, die sich bereits in den vergangenen Jahren abgezeichnet hat: Das Familienerlebnis und der Aktivurlaub bilden das Herzstück des Sommerbergs. Gleichzeitig gewinnen Tagesgäste an Bedeutung – vor allem dort, wo die Bahnen gut erreichbar und regional gut angebunden sind.

Die zentralen Erwartungen der Gäste liegen auf der Hand. Sie wünschen sich Natur, Bewegung und gemeinsame Zeit – verbunden mit verlässlichen Angeboten, guter Erreichbarkeit und einem Plus an Komfort. Genau an diesen Bedürfnissen orientieren sich die Besten Österreichischen Sommer-Bergbahnen bei der Weiterentwicklung ihrer Sommerangebote.

 

 

F.acT: Welche Trends zeichnen sich bei den BÖSB für den Sommer ab?

In der sonnigen Berglandschaft steht ein Mann an einem Zaun, umgeben von Bäumen und einer vorbeifahrenden Gondel.

Kornel Grundner: Laut unserer Befragung steht das Naturerlebnis klar im Mittelpunkt: Entschleunigung, Bewegung an der frischen Luft und gemeinsame Erlebnisse am Berg werden als wichtigste Trends wahrgenommen. Häufig genannt werden Kombinationen aus Natur, Sport, Erholung und Genuss sowie Angebote für Familien, etwa Themenwege, Wasserspielbereiche und interaktive Erlebniswelten.

Wachsende Bedeutung erzielt auch die „Sommerfrische“. Mehrere Betriebe berichten von Gästen, die den hohen Temperaturen im Tal oder in den Städten entkommen möchten. Der Berg wird damit zunehmend als kühler und gut erreichbarer Erholungsraum positioniert – eine Entwicklung, die vor dem Hintergrund des Klimawandels weiter an Relevanz gewinnt. Kurzfristige Reiseentscheidungen, Urlaub im eigenen Land und Tagesausflüge unterstützen diesen Trend.

Digitale Angebote wie Online-Tickets, digitale Erlebniswege, Informations-Apps und personalisierte Empfehlungen werden von den Bergbahnen klar als wichtige Entwicklungen wahrgenommen. Sie gelten jedoch nur selten als eigenständiger Kern des Angebots, sondern zunehmend als erwarteter Standard zur Unterstützung des Bergerlebnisses. Ihre Funktion liegt vor allem darin, den Zugang zum Naturerlebnis einfacher, komfortabler und individueller zu gestalten. Die Digitalisierung wird damit zum Serviceverstärker, während das Naturerlebnis selbst im Mittelpunkt bleibt.

Auch dem Ganzjahrestourismus wird ein solides Entwicklungspotenzial zugeschrieben. Rund zwei Drittel der Betriebe sehen Chancen in einer stärkeren Auslastung im Frühjahr und Herbst – beispielsweise durch neue Angebote in der Nebensaison oder zielgruppenspezifische Formate außerhalb der klassischen Ferienzeiten. Für viele Unternehmen ist der Ganzjahresgedanke allerdings bereits ein strategischer Rahmen und wird weniger als neuer Trend denn als zunehmend gesetzte Perspektive verstanden. Bereits im heurigen Sommer zeigt sich, dass die Saison weit über die klassischen Ferienwochen hinaus Bedeutung hat. Viele Bergbahnen nutzen Frühling und Herbst gezielt, um Angebote für Familien, Tagesgäste und Aktivurlauber:innen zu platzieren – etwa rund um Feiertage, lange Wochenenden und die Nebensaison. 

F.acT: Und wie steht es um das Thema Nachhaltigkeit bei den BÖSB?

In der sonnigen Berglandschaft steht ein Mann an einem Zaun, umgeben von Bäumen und einer vorbeifahrenden Gondel.

Kornel Grundner: Nachhaltigkeit wird von einem Großteil der Mitgliedsbetriebe als wesentlicher Bestandteil der sommerlichen Bergbahnentwicklung eingeschätzt und auf verschiedenen Ebenen vorangetrieben. Die Umfrage zeigt, dass zahlreiche Unternehmen bereits konkrete Maßnahmen in den Bereichen Energie und Ressourcenschonung umsetzen. Dazu zählen unter anderem Photovoltaikanlagen, die Nutzung von Eigenstrom, Wasserkraft sowie betriebliche Effizienzsteigerungen. Ergänzend werden Projekte in den Bereichen Naturschutz, Biodiversität, Abfalltrennung und Barrierefreiheit umgesetzt.

Ein zentraler Hebel für mehr Nachhaltigkeit liegt in der Mobilität und bei der Anreise. Die Kooperation mit dem Österreichischen KlimaTicket, die auch 2026 fortgeführt wird, erleichtert eine klimafreundliche Anreise in die Bergdestinationen. Besitzer:innen des KlimaTicket Ö erhalten bei 52 teilnehmenden Betrieben einen Rabatt von 10% auf die Berg- und Talfahrt.

Darüber hinaus setzen die Besten Österreichischen Sommer-Bergbahnen auf Bewusstseinsbildung und einen achtsamen Umgang mit dem Lebensraum Berg. Mit der „Gipfelcharta“ wurde ein gemeinsamer Verhaltenskodex geschaffen, der Gäste für ein respektvolles Miteinander von Menschen, Natur und Tierwelt sensibilisiert.

Nachhaltigkeit ist dabei kein kurzfristiger Trend, sondern Teil der unternehmerischen Verantwortung der Mitgliedsbetriebe. Die Maßnahmen reichen von Energie und Mobilität über Natur- und Landschaftsschutz bis hin zur Stärkung regionaler Strukturen. Damit leisten die Sommer-Bergbahnen einen Beitrag zu einer zukunftsfähigen Entwicklung der Bergregionen, von der auch kommende Generationen profitieren können.

Kornel Grundner

Kornel Grundner ist seit 1997 bei den Leoganger Bergbahnen, seit 2006 Prokurist und seit 2013 Geschäftsführer. Er ist Mitinitiator des Qualitätsgütesiegels „Beste Österreichische Sommer-Bergbahnen“ und seit 2021 österreichweit  Sprecher der Initiative.

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