Kurzzusammenfassung der Studie
Die Studie untersucht, wie europäische Tourismusorganisationen auf aktuelle Krisen wie COVID-19, die Klimakrise und wirtschaftliche Unsicherheiten reagieren und welche nachhaltigkeitsorientierten Politikmaßnahmen sie als Folge implementieren. Mithilfe einer quantitativen Befragung von 181 tourismuspolitischen Organisationen werden wahrgenommene Herausforderungen, tatsächlich umgesetzte Politiken und die damit verfolgten Entwicklungsziele analysiert. Die Ergebnisse zeigen, dass ökologische, technologische, personelle und kommunikative Maßnahmen vermehrt eingeführt wurden, um sowohl ökonomische Erholung als auch nachhaltige Entwicklung zu unterstützen. Zudem zeigt das Modell, dass Krisenwahrnehmungen direkt und indirekt über die implementierten Politiken die angestrebten Entwicklungsziele beeinflussen.
Erkenntnisse der Studie
Touristische Herausforderungen beschleunigen politische Maßnahmen
Die wahrgenommenen Herausforderungen, die durch Krisen wie die COVID-19-Pandemie, die Klimakrise und Finanzrezessionen (z. B. durch den Ukraine-Krieg) entstehen, beeinflussen die implementierten Tourismuspolitiken positiv. Das bedeutet, dass die Notwendigkeit, auf diese ernsthaften und vielfältigen Herausforderungen zu reagieren, die politischen Entscheidungsträger dazu anregt, Maßnahmen zu ergreifen und Politiken umzusetzen. Im Rahmen der Studie wurden vier Hauptfaktoren von Politiken identifiziert, die als Reaktion auf Krisen umgesetzt wurden: Umwelt-, Technologie-, Förder- und Personalmanagement-Politiken (HRM-Politiken).
Touristische Herausforderungen steigern angestrebte Ziele
Diese Ergebnisse legen nahe, dass die Konfrontation mit Krisen die Tourismusakteure dazu bringt, spezifische Entwicklungsziele zu verfolgen und Prioritäten neu zu setzen. Die Ziele umfassen sowohl ökonomische Ziele, wie die Generierung von Einnahmen oder die Verbesserung der regionalen Wirtschaft, als auch Nachhaltigkeitsziele, wie Umweltschutz und die Verbesserung der Arbeitsplatzqualität im Tourismus. Angesichts der Intensivierung von Krisen ist der Beitrag von politischen Entscheidungsträgern zur Entwicklung des Tourismus und zur Erreichung dieser Ziele zwingend erforderlich.
Politik beeinflusst das Erreichen von Zielen im Tourismus positiv
Tourismuspolitik spielt eine entscheidende Rolle bei der Förderung der nachhaltigen Tourismusentwicklung, indem sie Umwelt-, soziokulturelle und wirtschaftliche Maßnahmen umfasst. Die gesetzten politischen Maßnahmen sollen sowohl die Entwicklung eines nachhaltigen Tourismus als auch die Wettbewerbsfähigkeit verbessern, welche die beiden Hauptziele der Tourismuspolitik darstellen. Die statistisch signifikante Pfadbelastung bestätigt, dass die Umsetzung der Politik zur Erreichung der beabsichtigten Ziele führt.
Politik als Vermittler
Tourismuspolitiken vermitteln den Effekt der wahrgenommenen Herausforderungen auf die angestrebten Ziele der Tourismusentwicklung. Herausforderungen, wie die Klimakrise oder die COVID-19-Pandemie, können durch nachhaltige Politiken und gezielte Erholungsstrategien in die richtige Richtung gelenkt werden, um die beabsichtigten Entwicklungsziele zu erreichen. Die Politik dient somit als Mechanismus, der die notwendigen Reaktionen auf Krisen in konkrete Fortschritte bei den Entwicklungszielen umwandelt.