Kurzfassung der Studie
Der Umgang mit Unsicherheit, Mehrdeutigkeit und Risiko stellt eine entscheidende Zukunftskompetenz dar, die in der Entrepreneurship-Education thematisiert werden muss, da die Geschäftswelt zunehmend unvorhersehbar wird,. Im Rahmen des Erasmus+-Projekts EICAA (Entrepreneurial and Intrapreneurial Competences Assessment Alliance) wurde eine digitale Plattform entwickelt, die explizit für die Bewertung und Förderung unternehmerischer Kompetenzen konzipiert ist. Dies umfasst ein breites Spektrum an Kompetenzen, einschließlich jener, die für die kompetente Handhabung von Unsicherheit, Mehrdeutigkeit und Risiko wesentlich sind. Die Evaluierungsmethodik basiert auf einem fragebogenbasierten Ansatz, der eine systematische und quantifizierbare Einschätzung ermöglicht. In dieser Studie, die im Kontext einer Hochschule in Österreich durchgeführt wurde, wird auf empirische Daten zurückgegriffen, die im Jahr 2023 unter Gruppen von Student:innen der Fachrichtungen Tourismus und Management erhoben wurden. Die anschließende Analyse zielt darauf ab, signifikante Korrelationen zwischen dem „Umgang mit Unsicherheit“ und spezifischen Kompetenzen innerhalb des EICAA-Rahmenwerks zu beleuchten, was die Notwendigkeit unterstreicht, diesen Kompetenzen verstärkte Aufmerksamkeit zu schenken.
Kernergebnisse dieser Studie
- Zusammenhang mit Ideenreichtum: Die Fähigkeit, mit Unsicherheit umzugehen, korreliert stark mit der Wertschätzung von Ideen, einer gestalterischen Orientierung und visionärem Denken,. Studierende, die Unsicherheit gut bewältigen, neigen eher dazu, innovative Konzepte und Chancen zu erkennen und wertzuschätzen.
- Mobilisierung von Ressourcen: Es besteht eine robuste positive Verbindung zwischen der Bewältigung von Unsicherheit und der Fähigkeit, finanzielle Mittel zu mobilisieren. Wer sicher in unvorhersehbaren Situationen agiert, ist meist auch geschickter darin, Ressourcen für unternehmerische Vorhaben zu sichern.
- Unternehmerisches Grundverständnis: Die Kompetenz im Umgang mit Unsicherheit ist eng mit einer ausgeprägten unternehmerischen Bildung („Enterprising Literacy“) verknüpft. Dies bedeutet, dass ein tieferes Verständnis unternehmerischer Prinzipien mit einer höheren Resilienz gegenüber Unwägbarkeiten einhergeht.
- Effektives Handlungsmanagement: In der Umsetzung von Maßnahmen zeigt sich die stärkste Korrelation zwischen der Unsicherheitsbewältigung und dem Prozessmanagement. Personen mit dieser Kompetenz sind besonders erfolgreich darin, komplexe Arbeitsabläufe zu strukturieren und Aufgaben strategisch zu planen.
- Notwendigkeit pädagogischer Interventionen: Die Studie verdeutlicht eine bestehende Lücke zwischen akademischer Ausbildung und den Anforderungen der Industrie in Bezug auf diese Zukunftskompetenzen,. Daher wird empfohlen, gezielte Kursmodule in die Hochschulbildung zu integrieren, um Studierende besser auf die unvorhersehbare Geschäftswelt vorzubereiten.