Inspiration

Ötztal Blick

Eine Online-Plattform für Hintergründe, Einblicke und Stimmen aus dem Ötztal

F.acT: Was steckt hinter der Idee des Ötztal Blicks?

Eine Frau mit langen, lockigen Haaren lächelt freundlich in die Kamera, gekleidet in einen schwarzen Blazer vor einem dunklen Hintergrund.

Sarah Weiss: Tourismus ist im Ötztal Lebensgrundlage und Diskussionsthema zugleich. Er schafft Arbeitsplätze, ermöglicht Infrastruktur und prägt die Region wirtschaftlich wie gesellschaftlich. Gleichzeitig entstehen Fragen und unterschiedliche Perspektiven. Genau hier setzt der Ötztal Blick an: Er ist eine Online-Plattform für Hintergründe, Einblicke und Stimmen aus dem Tal und ordnet Entwicklungen rund um den Tourismus verständlich ein.

Wichtig ist uns die Grundhaltung: Der Ötztal Blick ist keine PR-Plattform, sondern ein offener Austausch für alle, die hier leben. Wir sprechen wie ein Nachbar, nicht wie ein Amt, ehrlich, nahbar und ohne Marketingsprache. Strategie und Konzept des Ötztal Blick sind intern bei Ötztal Tourismus entstanden. So bleiben wir nah an den Themen und Menschen im Tal. Redaktion und Austausch entstehen in Zusammenarbeit mit den Gemeinden, Betrieben und Institutionen im Tal, wie etwa dem Lebensraum Ötztal.

F.acT: Was ist die konkrete Zielsetzung und wie werden die Themen für die Plattform festgelegt?

Eine Frau mit langen, lockigen Haaren lächelt freundlich in die Kamera, gekleidet in einen schwarzen Blazer vor einem dunklen Hintergrund.

Sarah Weiss: Unser Ziel ist es, das Wir-Gefühl im Tal zu stärken, Verständnis für Tourismus und regionale Entwicklungen zu fördern und sichtbar zu machen, dass Tourismus und Gemeinschaft untrennbar verbunden sind. Wir wollen zeigen, wie Tourismus, Wirtschaft, Natur und Gemeinschaft zusammenwirken und warum das Ötztal nur gemeinsam funktioniert. Angesprochen sind alle, die im Ötztal leben, ob Touristiker:in, Handwerker:in, Bäuerin, Unternehmer:in oder Lehrling. Sie wollen verstehen, was hinter touristischen Entscheidungen steckt, wie Tourismus, Wirtschaft und Infrastruktur zusammenspielen, und sich einbringen können.

Die Themen ordnen wir sieben Schwerpunktfeldern zu: Region & Gesellschaft, Genuss mit Wurzeln, Klima, Energie & Mobilität, Kultur & Natur, Ortsprojekte & Infrastruktur, Arbeit & Freizeit sowie Wirtschaftsraum Ötztal. Gerade beim Thema Mobilität zeigt sich, wie eng vieles zusammenhängt: Nachhaltige Konzepte und eine gute Anbindung im Tal betreffen Einheimische und Gäste gleichermaßen. Ergänzend arbeiten wir mit vier „Blickrichtungen", die die Perspektive bestimmen: Einblick, Ausblick, Rückblick und Überblick. Neben tourismusnahen Themen greifen wir auch andere Entwicklungen auf, die das Miteinander im Tal betreffen.

Ausgespielt werden die Inhalte über mehrere Kanäle: Die Website oetztal-blick.at ist zentrale Plattform und Wissensbasis. Auf Instagram und der Website erscheinen wöchentlich neue Beiträge, der WhatsApp-Kanal informiert einmal pro Woche, und der Newsletter erscheint einmal im Monat.

F.acT: Wie messt ihr den Erfolg der Plattform oder was gibt es bisher für ein Feedback von Einheimischen?

Eine Frau mit langen, lockigen Haaren lächelt freundlich in die Kamera, gekleidet in einen schwarzen Blazer vor einem dunklen Hintergrund.

Sarah Weiss: Für belastbare Erfolgsmessungen ist es nach wenigen Monaten noch zu früh. Der Ötztal Blick ist im März 2026 gestartet, wir stehen also am Anfang. Eine erste Tendenz zeigt sich aber schon: Nach rund vier Monaten erreichen wir über zehn Prozent der Talbevölkerung direkt. Der Newsletter erreicht Öffnungsraten deutlich über dem Branchenschnitt, die Abmelderate liegt bei nur 0,14 Prozent. Vor allem aber erreichen wir Menschen, die den Tourismus bisher vor allem als Betrachter erlebt haben.

Genau das ist unser Ansatz. Vieles im Alltag hängt am Tourismus, ohne dass es auf den ersten Blick sichtbar ist. Der Spielplatz, auf dem die Kinder spielen, wird zu einem großen Teil aus touristischen Mitteln finanziert. Die dichte Taktung mancher Buslinien ist nur möglich, weil touristische Gelder mitfinanzieren. Und auch die gute medizinische Versorgung, von Ärzt:innen über Apotheken bis zur Notfallversorgung, ist in einem weitläufigen Bergtal keine Selbstverständlichkeit und hängt eng mit dem Tourismus zusammen. Solche Zusammenhänge machen wir sichtbar, ohne zu belehren. Denn Tourismus bewegt mehr, als viele denken, von Straßen über Kindergärten bis zu Vereinen.

Neben diesen inhaltlichen Rückmeldungen zeigt sich eine Wirkung, die uns wichtig ist: Menschen fühlen sich gesehen. Wenn ein Betrieb, eine Initiative oder ein Mensch aus dem Tal portraitiert wird, entsteht Wertschätzung, für die eigene Arbeit und für die der anderen. Das stärkt genau das Wir-Gefühl, um das es uns geht. Auch an den Zahlen erkennbar: Portraits und konkrete Alltagsthemen werden deutlich häufiger gelesen als abstrakte Beiträge.

Gleichzeitig wird nachvollziehbar, wie viel im Tal regional gedacht wird. Viele Betriebe beziehen ihre Produkte direkt von den Bauern aus dem Tal und verwerten sie möglichst vollständig. So zeigt sich, wie Tourismus, Landwirtschaft und regionale Betriebe zusammenspielen und wie die Wertschöpfung im Tal bleibt. Für uns ist das die eigentliche Rückmeldung: nicht nur, dass die Inhalte gelesen werden, sondern dass sie das Verständnis füreinander im Tal fördern. Unsere Haltung bleibt dabei: Kritik ist erlaubt, Dialog ist besser.

Sarah Weiss

Sarah Weiss blickt aus vielen Richtungen auf das Tal: aufgewachsen im elterlichen Gasthof in Vent, ganz hinten im Ötztal, lebt sie heute mit ihrer Familie in Sautens, ganz vorne. Von 2011 bis 2021 leitete sie als Head of PR & Media die Kommunikation von Ötztal Tourismus. Als Mutter zweier Kinder kennt sie den Alltag im Tal auch abseits der touristischen Perspektive. Seit 2025 betreut sie die Innenkommunikation von Ötztal Tourismus und leitet den Ötztal Blick, dessen Strategie und Konzept sie intern entwickelt hat.

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Sei bereit für alles, was die Zukunft im Tourismus bringt.