F.acT:Employer Branding ist das Gebot der Stunde, zusätzlich geht ihr mit „Perspektiven im Tourismus“ direkt in die Mittelschulen. Wie genau sieht das Projekt mit den Schüler:innen aus?
Christoph Rauch: Im Rahmen der schulischen Berufsorientierung steht "Perspektive im Tourismus" für ein Projekt, das Jugendlichen die vielfältigen beruflichen Karrieremöglichkeiten in der regionalen Freizeit- und Tourismuswirtschaft aufzeigt
Konkret zielt dieses Bildungsangebot darauf ab, Schüler:innen folgende Aspekte näherzubringen:
- Berufliche Vielfalt: Kennenlernen verschiedener Berufe (z.B. in Hotellerie, Gastronomie oder im Destinationsmanagement).
- Praxisnahe Einblicke: Direkter Kontakt zu regionalen Betrieben sowie das Erkunden von Ausbildungs- und Arbeitsplätzen.
- Regionale Bedeutung: Das Verständnis dafür, wie wichtig der Tourismus für den Wohlstand und die Infrastruktur der eigenen Region ist.
Lockere Speed Dating Formate, spannende Quizzes und praktische Einblicke machen die Veranstaltung zu einem interaktiven Erlebnis. Gezeigt wird die gesamte Palette an Jobchancen – quasi vor unserer Haustüre: Von bekannten Berufsbildern in Hotel- und Gastgewerbe über den Outdoorsport bis hin zu modernen Tätigkeiten wie dem Content Creator. Ergänzt wurde diese Berufsmesse im Vorfeld durch den sogenannten „Day Off“, einen Exkursionstag, an dem die Jugendlichen touristische Infrastrukturen in der Region hautnah kennenlernten. Diese Realbegegnungen demonstrierten den Schüler:innen, dass die heimische Leitbranche ein wichtiger Motor für Wohlstand, sichere Arbeitsplätze und Freizeiteinrichtungen ist.
Diese Initiative und Kooperationsprojekt mit den Mittelschulen Haiming und Oetz haben bereits seit 2023 bestand. Ca. 70 Jugendliche nutzen somit jährlich die Gelegenheit, um einen praxisnahen Einblick in die vielfältigen Möglichkeiten der Branche zu erhalten. Dabei handelt es sich um ein Initiativ-Projekt von Ötztal Tourismus, dem Lebensraum Ötztal und der Vordertaler Zukunft.
F.acT: Warum ist dieses Projekt zukunftsweisend und welche Erfolge erzielt es bisher?
Christoph Rauch: Diese Initiative prägt, wie die nächste Generation den Tourismus versteht und mitgestaltet. Die Jugendlichen von heute sind die Fachkräfte, Unternehmer:innen und Entscheider:innen von morgen. Ihre Haltung zum Tourismus bestimmt, wie die Region und ihre Leitbranche in Zukunft funktioniert – ob als Arbeitgeber:in, als Lebensraum oder als Ort, an dem man gerne bleibt.
Im Rahmen dieses Projektes wird erst vielen Jugendlichen klar, welche Chancen quasi „vor ihrer Haustüre“ bereit stehen. Die Jugendlichen lernen die vielfältigen Berufsfelder in Hotellerie, Gastronomie, Bergbahnen, Outdoorsport, Dienstleistung sowie im Destinationsmanagement kennen. So konnten schon einige Schnupper- aber auch Lehrausbildungsplätze für die Schüler:innen vermittelt werden. Ein wesentlicher Benefit neben der Berufsorientierung ist, dass die Kinder verstehen, dass der Tourismus Freizeitmöglichkeiten schafft, die es sonst nicht gäbe. Angebote wie Klettersteige, Radwege, Spiel- und Erlebnisparks, Rodelbahnen etc. entstehen durch den Tourismus und können in weiterer Folge von den Einheimischen kostenlos genutzt werden. Dieser Zusammenhang wird den Schüler:innen vermittelt und das Bewusstsein nachweislich gestärkt.

