F.acT: Wie kam es zur Idee, einen eigenen Podcast zu machen und was ist deine Zielsetzung dahinter?
Kathrin Fuchs: Ende 2022 war der Ruf der Hotellerie und Gastronomie sprichwörtlich im Keller. Nach Covid19, den vielen Regulierungen und den starken Ups and Downs, zu einem Teil verständlich, aber mich als Touristikerin hat es einfach „gewurmt“. Diesem Ruf wollte ich mit meiner Podcast-Initiative (Start 2023) entgegensetzen. Deshalb kommen in meinem Podcast nur Hoteliers und Gastronomen vor, die sehr gut mit ihren Mitarbeitenden umgehen und sonst auch viele Qualitäten haben. Meine Interviewpartner:innen verbindet ein Gespür für die Generationen, die nachkommen, und ein positives Tourismusbewusstsein. Mit dem Medium Podcast wollte ich vor allem junge Generationen ansprechen, um ihnen Betriebe zu zeigen, die für ihre Mitarbeitenden da sind. Ein weiteres Ziel des Podcasts ist es, mehr jungen Menschen die Hotellerie und Gastronomie als Arbeitgeber schmackhaft zu machen. Meine Interviewpartner:innen haben den Vorteil, mit anderen Kolleg:innen aus Tirol, Bayern, Südtirol, Vorarlberg und Großbritannien als Teil einer erlesenen Auswahl von Spitzentouristiker:innen gehört zu werden. Mir geht es nicht um viele Folgen, sondern um wertvolle Gespräche, die mit qualitätsbewussten Menschen geführt und auf allen Podcast-Kanälen von jedem angehört werden können. Diese Best Practices sollen in ihrer Region und über die Grenzen hinaus wahrgenommen werden … für einen besseren Ruf der Hotellerie & Gastronomie.
F.acT: Was waren bisher die spannendsten Erkenntnisse für dich aus den Gesprächen mit den Touristiker:innen?
Kathrin Fuchs: Ich hatte bis jetzt nur Gleichgesinnte vor dem Mikrofon und das soll auch so bleiben. Mir ist das, was ich nach außen transportiere, sehr wichtig. Deshalb wird es bei authentischen Kaffeetalks mit Charme, aktuellen Themen, ehrlichen Antworten und intuitiv gestellten Fragen bleiben. Es gibt keinen Leitfaden für die Gespräche, sondern die Fragen kommen aus meiner Erfahrung und den Informationen, die ich über das jeweilige Haus vorab erhalte, prüfe und mir anschaue. Es ist also ein Qualitätsmerkmal, in meinem Podcast vorzukommen. Denn ich bin in meiner Auswahl sehr wählerisch und musste einigen bereits absagen. Themen, die bis jetzt im Podcast vorkamen: Employer Branding, Bindung von Mitarbeitenden, Betriebsübernahmen, KI, Unternehmenskultur und in der ersten 4-teiligen Serie letzten Herbst hatte ich mehrere Spitzentouristiker:innen aus Tirol zum Thema „Nachhaltiges Arbeiten und dessen Umsetzung“ vor dem goldenen Mikrofon.
F.acT: Was bräuchte es aus deiner Sicht noch mehr in der Tourismus- und Freizeitwirtschaft, um die Branche als attraktiven Arbeitgeber zu positionieren und auch das Tourismusbewusstsein der Einheimischen positiv aufzuladen?
Kathrin Fuchs: Es braucht mehr Initiativen für die Tourismus- und Freizeitwirtschaft als attraktiver Arbeitgeber. In einigen Jahren sollte gewährleistet sein, dass am Mittagstisch alle Generationen über die Best-Practice-Beispiele ihrer Region Bescheid wissen, und mehr Positives als Negatives über die Branche gesprochen wird. Denn sind wir ehrlich, es gibt mittlerweile sehr viele positive Beispiele und in Tirol leben weit mehr als die Hälfte der Menschen von der Tourismus- und Freizeitwirtschaft. Seien es Zulieferer und Lieferanten, Dienstleistungsbetriebe wie Supermärkte, Ärzte, u.v.m. Ich bin sehr dankbar, dass ich in einer Tourismusregion wohne, weil es mir sehr viel an Infrastruktur ermöglicht, die ich als Einheimische auch sehr gerne nutze.




