Forschung

Aktiv-Lifestyle-Gesundheitstourismus

Ein konzeptionelles Framework für einen wachsenden Sektor
Die Publikation definiert den wachsenden Sektor des Aktiv-Lifestyle-Gesundheitstourismus und stellt ein dreidimensionales Framework vor, das die Motivation der Reisenden sowie die Umgebung und Intensität ihrer gesundheitsfördernden Aktivitäten systematisch verknüpft. Damit bietet sie Tourismusregionen eine fundierte Grundlage, um sich durch ganzjährige, präventive Angebote erfolgreich zu differenzieren und auf das steigende Gesundheitsbewusstsein der Konsumenten zu reagieren.
Publikation: Stefanie E. Schöttl, Elisabeth Happ & Wolfgang Schobersberger (2026)
Der Aktiv-Lifestyle-Gesundheitstourismus wird als eine neue Unterkategorie definiert, bei der Reisende durch proaktives Engagement in gesundheitsfördernden Aktivitäten während ihres Urlaubs eine langfristige Verbesserung ihrer Lebensqualität anstreben.
Die Publikation führt ein dreidimensionales konzeptionelles Framework ein, das die Zielgruppe anhand der Kriterien Gesundheitsbeteiligung, Aktivitätsumgebung und Aktivitätsintensität systematisch charakterisiert.
Der Trend setzt sich von klassischen Formaten wie dem Medizin- oder Sporttourismus ab, indem er einen ganzheitlichen, nicht-kompetitiven Präventionsansatz verfolgt und dabei Indoor-Angebote mit Naturerlebnissen kombiniert.
Für Tourismusregionen bietet die Spezialisierung auf dieses Segment die strategische Chance zur Wettbewerbs-differenzierung sowie zur Reduzierung der Saisonalität durch ganzjährige Angebote.

Kurzfassung dieser Publikation

Die Tourismusbranche verzeichnete ein stetiges Wachstum und trägt zunehmend zur globalen und regionalen Wertschöpfung bei. Der Gesundheitstourismus stellt dabei eine der bedeutendsten Entwicklungen dar und erlebte zu Beginn des 21. Jahrhunderts einen deutlichen Aufschwung. In den letzten Jahren, insbesondere seit Beginn der Covid-19-Pandemie, hat sich ein klarer Trend abgezeichnet: Reisende priorisieren zunehmend einen aktiven, gesunden Lebensstil und suchen gezielt nach gesundheitsorientiertem Urlaub mit einem aktiven Schwerpunkt. Diese Nachfrage wird durch Faktoren wie Bewegungsmangel, arbeitsbedingten Stress und begrenzten Kontakt zur Natur sowie durch mehr Freizeit, ein steigendes Gesundheitsbewusstsein und eine größere Bereitschaft, in das eigene Wohlbefinden zu investieren, angetrieben. Da Trends das Verhalten heutiger Konsumenten maßgeblich beeinflussen, ist es notwendig zu prüfen, ob bisherige Definitionen diese Veränderungen in der Nachfrage und im Konsumentenverhalten vollständig berücksichtigen. Um diese Lücke zu schließen, schlägt die Studie vor, den Gesundheitstourismus für Konsumenten mit aktiven Lebensstil innerhalb des Kontinuums von Medizin- und Wellnesstourismus neu zu konzeptualisieren und ein konzeptionelles Framework zu entwickeln, der diesen neuen Trend durch seine Kernelemente erfasst. Dieses Framework bietet eine Grundlage für das Verständnis des Trends “Aktiv-Lifestyle-Gesundheitstourismus” sowie dessen Auswirkungen auf Angebot und Nachfrage durch die Charakterisierung der Zielgruppe. Darüber hinaus dient es als Basis für künftige empirische Forschung in diesem Bereich.

Kernergebnisse dieser Publikation

  • Enormes Marktpotenzial: Der globale Markt für Gesundheitstourismus wird als massiver Wachstumssektor gesehen.
  • Katalysator-Effekt der Pandemie: Die COVID-19-Pandemie hat den Fokus der Reisenden auf präventive Gesundheit, Bewegung im Freien und Naturerlebnisse erheblich verschärft und bestehende Trends beschleunigt.
  • Identifizierte Entwicklungsbarrieren: Faktoren wie eine unzureichende Infrastruktur, fehlende globale Informationen und inkonsistente Definition der Untersektoren erschweren derzeit noch die volle Ausschöpfung des wirtschaftlichen Potenzials.
  • Bedeutung digitaler Innovationen: Der Einsatz von Technologien wie Gesundheits-Apps, virtuellem Fitnesstraining und personalisiertem Tracking wird als entscheidend angesehen, um die Zugänglichkeit und Attraktivität dieser Angebote zu erhöhen.
  • Notwendigkeit der Co-Creation: Um erfolgreich zu sein, sollten Anbieter:innen ihre Erlebnisse gemeinsam mit den Kund:innen entwickeln (Co-Creation), um sicherzustellen, dass die Angebote präzise auf die Bedürfnisse der aktiven Zielgruppe zugeschnitten sind.
  • Wissenschaftlicher Validierungsbedarf: Da das vorgestellte Framework aktuell noch theoretischer Natur ist, betont die Studie die Notwendigkeit künftiger empirischer Forschung, um das Verhalten und die Motivationen der Zielgruppe genauer zu verstehen.
  • Nutzung natürlicher Ressourcen: Die gezielte Inwertsetzung lokaler Gegebenheiten wie Wälder, Thermalquellen oder Küstenlandschaften bildet die fundamentale Basis für die Entwicklung wettbewerbsfähiger Angebote.
  • Ganzheitliche Gesundheitsförderung: Im Gegensatz zu reinem Sporttourismus liegt der Fokus hier nicht auf Leistung oder Wettbewerb, sondern auf einer ausgewogenen Kombination aus Aktivität, Entspannung und nachhaltiger Lebensstiländerung.

Sei bereit für alles, was die Zukunft im Tourismus bringt.