Kurzfassung dieser Studie
Die Beschneiung ist angesichts des Klimawandels eine entscheidende Anpassungsstrategie für den Skitourismus. Obwohl die Beschneiung sowohl in der Fachwelt als auch in den Medien Gegenstand kontroverser Debatten war, gab es bislang nur wenige Studien zu ihrem Ressourcenverbrauch. Diese Studie liefert die erste auf Umfragen basierende Analyse zu Wasserverbrauch, Energiebedarf und Treibhausgasemissionen im Zusammenhang mit der Beschneiung in einem bedeutenden Skitourismusmarkt, nämlich Österreich. Die Autoren entwickelten einen Fragebogen, kontaktierten alle österreichischen Skigebiete und erhielten von 30 Skigebieten Daten in ausreichender Qualität. Diese Stichprobe repräsentiert 17,8 Millionen Skifahrertage (Skier Visits bzw. Erstzutritte) und damit etwa 34 % des österreichischen Skitourismusvolumens.
Hochrechnungen für alle österreichischen Skigebiete ergeben pro Saison einen Wasserverbrauch zwischen 48,9 und 53,4 Millionen m³ (930–1.020 Liter pro Skifahrerbesuch bzw. 2.749 bis 3.002 m³ pro Hektar) und einen Strombedarf von 260 bis 309 GWh (zwischen 5 und 6 kWh pro Skifahrerbesuch bzw. 14.635 bis 17.390 kWh pro Hektar).
Die Kohlenstoffemissionen hängen weitgehend vom Energiemix ab und reichen von 120 bis 1.230 g CO2e pro Skifahrerbesuch. Verglichen mit den Reiseaktivitäten der Gäste zu und von den Destinationen sind die durch die Beschneiung verursachten Emissionen gering. Die Ergebnisse dieser Studie können Skigebieten als Benchmark dienen, um die Ressourceneffizienz zu steigern und eine nachhaltigere Destinationsführung zu unterstützen. Mit dieser Arbeit möchten die Autoren eine umstrittene Debatte über die Klimaanpassung neu kalibrieren und objektivieren, indem sie vermutungsbasierte Schätzungen durch umfassende Daten von Seilbahnbetreibern ersetzen.
Kernergebnisse dieser Studie
- Ressourcenbedarf für die Beschneiung: Für alle österreichischen Skigebiete wird ein jährlicher Verbrauch von etwa 49 bis 53 Millionen m³ Wasser und 260 bis 309 GWh Strom prognostiziert. Dies entspricht etwa 1,6 % bis 1,7 % des gesamten jährlichen Wasserbedarfs in Österreich.
- Treibhausgasemissionen im Vergleich zur Anreise: Die CO2-Emissionen der Beschneiung sind im Vergleich zum CO2-Fußabdruck der An- und Abreise der Gäste gering und hängen stark vom verwendeten Strommix ab. Pro Skifahrerbesuch entstehen je nach Energiequelle zwischen 120 und 1.230 g CO2.
- Einflussfaktoren Größe und Höhenlage: Die Größe des Skigebiets ist der wichtigste Faktor für den Ressourcenverbrauch pro Hektar, während die Höhenlage keine signifikante Auswirkung auf den flächenbezogenen Wasser- und Energiebedarf hat. Allerdings verbrauchen höher gelegene Gebiete tendenziell weniger Strom pro einzelnen Gast.
- Objektivierung der Debatte durch Realdaten: Als erste auf Betreiberdaten basierende Analyse ersetzt die Studie bisherige Schätzungen durch evidenzbasierte Fakten, um die oft kontroverse Diskussion über die Nachhaltigkeit der Beschneiung zu versachlichen. Sie dient zudem als Benchmark für Skigebiete, um ihre Ressourceneffizienz künftig weiter zu steigern.