Forschung

Ändert sich das Destinationsimage nach der Ausrichtung von Sporttourismus-Veranstaltungen?

Eine Längsschnittstudie zu den UCI-Straßen-Weltmeisterschaften 2018
Diese Längsschnittstudie zur UCI-Straßen-Weltmeisterschaft 2018 untersucht, wie Sportgroßveranstaltungen das Image einer Destination nachhaltig prägen können. Die Ergebnisse zeigen, dass das Event insbesondere bei Sportfans zu einer moderneren und internationaleren Wahrnehmung führt, während bei Nicht-Sportinteressierten kaum vergleichbare positive Effekte erzielt wurden.
Publikation: Petri Lintumäki, Maxwell Kwabena Asare, Laura Misener & Martin Schnitzer
Bei Sportinteressierten führte die Weltmeisterschaft dazu, dass die Destination Innsbruck-Tirol im Vergleich zum Zeitraum vor dem Event als moderner und internationaler wahrgenommen wurde.
Bei Personen ohne besonderes Sportinteresse verbesserte sich die Wahrnehmung der Internationalität, während ihre Einschätzung zur Modernität der Region unverändert blieb.
Im Gegensatz zu den Sportfans entwickelten Nicht-Sportinteressierte nach der Veranstaltung teilweise negativere Assoziationen und empfanden die Destination als künstlicher sowie weniger fröhlich.
Insgesamt wird gezeigt, dass Sportgroßveranstaltungen vor allem bei sportaffinen Zielgruppen positive Imageeffekte erzielen und so dem natürlichen Imageverlust einer Destination über die Zeit entgegenwirken können.

Kurzfassung dieser Studie

Die Ausrichtung von Sporttourismus-Veranstaltungen kann potenzielle Imagevorteile mit sich bringen und durch die Gewinnung von Besucher:innen zukünftige Einnahmen generieren. Die Studie untersucht die Auswirkungen eines solchen Events auf das von Tourist:innen wahrgenommene Destinationsimage am Beispiel der UCI-Straßen-Weltmeisterschaften 2018 in Innsbruck-Tirol. Im Rahmen einer qualitativen Längschnittstudie wurden die Imageveränderungen mittel Vor- und Nachbefragung gemessen.

Die Ergebnisse deuten daraufhin, dass das Event positiv zur kognitiven Imagewahrnehmung von Sportinteressierten beiträgt, die die Destination nach der Veranstaltung als moderner und internationaler empfinden als davor. Bei Personen ohne besonderes Sportinteresse konnte zwar keine Veränderung im Bereich modern-traditionell, jedoch ebenfalls eine Entwicklung hin zu einer internationaleren Wahrnehmung festgestellt werden. Insgesamt liefert die Studie erste Anhaltspunkte für positive Imageeffekte von Sporttourismus-Events bei sportinteressierten Zielgruppen.

Kernergebnisse dieser Studie

  • Positive Imageveränderung bei Sportinteressierten: Sportinteressierte nahmen die Destination nach der Weltmeisterschaft als signifikant moderner und internationaler wahr als zuvor.
  • Gesteigerte Internationalität bei Nicht-Sportinteressierten: Auch Personen ohne besonderes Interesse an Sport empfanden die Region nach dem Event als internationaler, die Wahrnehmung bezüglich der Modernität veränderte sich nicht.
  • Negative Tendenzen bei Nicht-Sportinteressierten: Im Gegensatz zu den Sportinteressierten entwickelten Nicht-Sportinteressierte nach der Veranstaltung teilweise negativere Assoziationen und nahmen die Destination als künstlicher sowie weniger fröhlich wahr.
  • Entgegenwirken des natürlichen Imageverfalls: Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass Sportgroßveranstaltungen den natürlichen Imageverlust einer Destination über die Zeit bremsen oder verhindern können, insbesondere bei sportbegeisterten Zielgruppen.

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