Forschung

Ursachen und Faktoren von Mountainbike-Verletzungen in Bikeparks in Westösterreich

eine deskriptive epidemiologische Studie über zwei Saisons
Die Studie untersucht die Ursachen von Mountainbike-Unfällen in westösterreichischen Bikeparks. Die Daten liefern die Grundlage für gezielte Präventionsstrategien und eine optimierte Notfallversorgung im alpinen Gelände.
Gerhard Ruedl, Alois Schranz, Patrick Salner, Vera Prünster & Martin Burtscher (2026)
Die Mehrheit der verletzten Mountainbiker ist männlich (81,8%), wobei Unfälle besonders häufig an Wochenenden sowie in der Zeit zwischen 10 und 16 Uhr auftreten.
Fahrfehler sind mit einem Anteil von 77,4% die mit Abstand häufigste Ursache für Stürze während der Abfahrt im Bikepark.
Knochenbrüche stellen die am häufigsten dokumentierte Diagnose dar, wobei die Schulter- und Schlüsselbeinregion die am stärksten betroffene Körperstelle ist.
Aufgrund der Schwere der Verletzungen oder der schwierigen Geländebedingungen muss etwa jeder vierte verletzte Fahrer mit dem Hubschrauber abtransportiert werden.

Kurzfassung der Studie

Mountainbike-Parks gewinnen in Skigebieten zunehmend an Beliebtheit, da Sessellifte den Transport bergauf übernehmen und die Fahrer:innen die Abfahrten genießen können. Diese Parks bieten Trails mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden und künstlichen Hindernissen für Sprünge und Stunts, was zu spezifischen Verletzungsmustern führt. Ziel dieser retrospektiven epidemiologischen Studie war die Analyse von Mountainbike-Verletzungen in zwei Bikeparks in Westösterreich während der Sommersaisons 2023 und 2024.

Die Verletzungsdaten wurden systematisch von Bike-Patrols mithilfe eines Online-Reporting-Tools dokumentiert. Expositionsdaten (Anzahl der Besuche und Fahrten) aus einem der Parks ermöglichten zudem die Berechnung einer Verletzungsrate.

Insgesamt wurden 274 verletzte Fahrer:innen erfasst, von denen 81,8% männlich waren (Durchschnittsalter 30,2 Jahre). Die Mehrheit (65%) stammen aus Deutschland. Die meisten Unfälle ereigneten sich zwischen Freitag und Sonntag, primär in der Zeit von 10 und 16 Uhr. Über 90% der Verletzungen passierten während der Abfahrt und 15% bereits bei der ersten Fahrt des Tages.

Stürze aufgrund von Fahrfehlern machten 77,4% der Verletzungen aus, während 20,8& mit Landungen nach Sprüngen zusammenhingen. Die Schulter- und Schlüsselbeinregion war mit 33,7% am häufigsten betroffen, gefolgt von den oberen Extremitäten (26%) und dem Kopf- bzw. Gesichtsbereich (17%). Knochenbrüche waren mit 52% die häufigste Diagnose.

Etwa ein Viertel der Verletzten (24,5%) mussten mit dem Hubschrauber abtransportiert werden. Die berechnete Verletzungsrate lag bei 4 Verletzungen pro 1.000 Besuche bzw. 6 Verletzungen pro 10.000 Fahrten.

Schlussfolgerung: Verletzungen in Bikeparks betreffen überwiegend Männer und treten häufiger an Wochenenden auf. Stürze bei der Abfahrt sind die Hauptursache, wobei Brüche und Verletzungen der Schulterregionen dominieren. Diese Ergebnisse unterstreichen die Notwendigkeit gezielter Präventionsstrategien und optimierter Rettungsdienste zur Verbesserung der Sicherheit in Bikeparks.

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