Kurzfassung dieser Studie
Wälder sind wichtige Anbieter von Ökosystemleistungen für den Bergtourismus, sind jedoch gleichzeitig anfällig für die Auswirkungen des Klimawandels. In dieser Studie werden die Wahrnehmung und die Bewertung von Wald-Ökosystemleistungen sowie der Klimawandel aus Sicht der Tourist:innen untersucht und die Ergebnisse innerhalb des “Drviers-Pressures-States-Impacts-Response”-Framework analysiert.
Am Beispiel des Stubaitals in den österreichischen Alpen wurden 349 Sommertourist:innen dazu befragt, wie sie die Leistungen von Bergwäldern bewerten und Veränderungen wahrnehmen. Die Ergebnisse zeigen, dass Wälder und Hochgebirgslandschaften für Besucher:innen von großer Bedeutung sind und fast alle Teilnehmende (über 90%) bereit wären, eine zusätzliche Umwelt-Tourismusabgabe zu zahlen.
Darüber hinaus wurden Schwellenwerte für Verhaltensänderungen identifiziert: Diese liegen für die meisten Befragten bei einem Waldverlust von 50% sowie bei Temperaturen von über 30°C. Unter den Ökosystemleistungen des Waldes wurden ästhetische Werte am häufigsten genannt, gefolgt von Kühlungseffekten. Die Arbeit unterstreicht die Notwendigkeit, die Ansprüche der Tourist:innen an Ökosystemleistungen zu verstehen, um diese entsprechend zu verwalten und an die Bedürfnisse der Gäste unter dem Einfluss des Klimawandels anzupassen.
Kernergebnisse dieser Studie
- Landschaftspräferenzen: Wälder stellen nach der Hochgebirgslandschaft das wichtigste Element für Sommergäste dar, wobei vor allem die Ästhetik und die Kühlungsfunktion geschätzt werden.
- Finanzielle Wertschätzung: Über 90% der befragten Tourist:innen sind bereit, eine zusätzliche Umweltabgabe für den Waldschutz zu leisten, wobei der Medianwert bei fünf Euro pro Person und Nacht liegt.
- Kritischer Waldverlust: Ein Rückgang der Waldfläche um 50% gilt als wesentlicher Schwellenwert, ab dem rund 75% der Urlauber:innen von einem erneuten Besuch der Region absehen würden.
- Hitzetoleranz: Temperaturen von über 30°C stellen eine Belastungsgrenze dar, da bei dieser Hitze mehr als die Hälfte der Gäste nicht mehr in das Untersuchungsgebiet zurückkehren möchte.
- Sozioökonomische Faktoren: Die Bereitschaft, finanziell zum Schutz der Bergwälder beizutragen, ist weitgehend unabhängig von Alter, Nationalität oder dem Einkommen der Tourist:innen.
- Zukünftiges Management: Tourismusverantwortliche sollten verstärkt auf schattige Attraktionen und Kühlungsangebote setzen, um die Attraktivität der Alpenregion trotz fortschreitenden Klimawandels zu erhalten.